Webseite der Kunstschule Bad Essen
Zur Geschichte der Kunstschule

(1987 – 2002, Fortsetzung folgt)

Am 2. März 1987 nimmt die Kunstschule ihre Arbeit auf, 10 Kurse für Kinder und Jugendliche ab 5 Jahren werden angeboten. Das Angebot umfaßt alle Bereiche der Kunst und versteht sich als Ergänzung der sonstigen schulischen Angebote. Erste Aufgabe ist es, eine eigenständige Kreativität und Fantasie zu wecken und zu fördern.

Die Kunstschule Bad Essen, deren Aufbau im Herbst 1986 vom Kunst- und Museumskreis beschlossen wurde entspricht den Anforderungen vergleichbarer Kunstschulen im Land Niedersachsen. Im außerschulischen Bildungsangebot versucht sie im Altkreis Wittlage eine Lücke zu schließen. Die Kurse finden grundsätzlich in den Räumen der Grund- und Hauptschule Bad Essen statt, langfristig soll versucht werden eigene Räume zu erstellen, die voll den Ansprüchen einer Kunstschule gerecht werden.

Dieter Litsche, Leiter der Grund- und Hauptschule, hat sich schon seit Jahren mit einer Idee beschäftigt, die er außerhalb seines schulischen Bereiches, gern verwirklicht sehen möchte, eben die einer Kunstschule. Als Vorstandsmitglied des Kunst- und Museumskreises, hat er dort gewissermaßen offene Türen eingerannt, als er die Einrichtung einer Kunstschule hierzulande anregte.

Am 15. Februar 1988 startet Bad Essens Kunstschule in zweite Jahr. Zweimal im Jahr, im Februar und September, werden Kurse angeboten. Das 2. Semester 1987 zählte bei einem Angebot von 18 Kursen insgesamt 135 Teilnehmer. Ein Drittel der Teilnehmer waren nicht aus Bad Essen, Beweis dafür daß die Kunstschule im gesamten Altkreis Wittlage angenommen wird.

Seit dem 17. Februar 1989 steht die Kunstschule, bisher ein “Ableger” des hiesigen Kunst- und Museumskreises, auf eigenen Füßen. In der Gründungsversammlung, die sich unmittelbar an die Jahreshauptversammlung des Kunst- und Museumskreises anschloß, unterzeichneten 19 Mitglieder der ersten Stunde die neue Satzung und verhalfen damit dem jungen Kunstschulverein zu einem ordnungsgemäßen Einstieg in die Selbstständigkeit. Unter dem Tagesordnungspunkt “Verschiedenes” griff Vorstandsvorsitzende Anneliese Meyer zu Capellen dann das Thema Kunstschule auf. Mit dem Satz “Die anfallende Arbeit soll auf breitere Schultern verteilt werden” gab sie das Wort an den eigentlichen Vater der Kunstschule, Dieter Litsche, weiter. Gewählt wurde ein provisorischer Vorstand, der die Aufgabe der Geschäftsführung bis zur ersten offiziellen Mitgliederversammlung wahrnehmen wird. Er setzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Dieter Litsche, 2. Vorsitzender Anne Apel, Geschäftsführer Claus vor dem Bäumen. Beisitzerinnen sind Aggi Natemeyer und Margot Wiemann.
Im Jahr 1991 plant die Kunstschule, die bisher hauptsächlich auf die Räume der Grundschule zurückgreift, den Ausbau des alten Bahnhofsgeländes in Bad Essen. Der Kunstschule ist es gelungen, neue und konstruktive Wege der Kreativitätsförderung aufzuzeigen, womit sie sich einer durchweg positiven und zunehmend breiteren Resonanz erfreut. Seit inzwischen vier Jahren bietet die Kunstschule ein Programm für Jung und Alt an. Mit dem Semesterbeginn am 16. September 1991 werden bewährte Kurse angeboten, aber auch solche, die neu sind. Das “Offene Atelier” ist ein neues Angebot. Es soll Interessenten die Möglichkeit geben sich in kreativer Atmosphäre zu treffen, dort zu zeichnen, zu malen und gemeinsam über Entstehungsprozesse von Bildern zu diskutieren.

Die Bad Essener Kunstschule sieht optimistisch in die Zukunft. “Wir werden den Bahnhof in Bad Essen wohl Mitte des Jahres für unsere Zwecke umgebaut haben” sagt der 1. Vorsitzende Dieter Litsche im Januar 1993. Eines der Hauptprojekte der Kunstschule sei damit kurz vor der Vollendung. Dem alten und neuen Vorstand gehören neben Dieter Litsche und Margot Wiemann als Geschäftsführerin, Anne Apel als stellvertretende Vorsitzende und Torsten Müller, Rixte Haro und Martine Kappes als Beisitzerinnen und Beisitzer an.

Für das am 15. Februar 1993 beginnende Semester wird erstmals eine Studienfahrt nach Fiano in der Toskana angeboten. In der Nähe von Florenz hat die Kunstschule vom 7. bis zum 16. Mai ein Haus angemietet, das Ausgangspunkt für Landschaftsmalerei vor Ort sein soll.

Die Kunstschule, sogenannt “KUBE”, ist zu einer Institution geworden, die versucht Menschen zur Kreativität anzuregen und die zeigen will, daß man Kunst nicht nur konsumieren, sondern unter Anleitung freischaffender Künstler auch selbst erlernen und schaffen kann. Hierbei darf der Interessierte zwischen zahlreichen Kursangeboten wie Ölmalerei, Töpfern, Siebdrucktechnik oder auch Fotografie wählen.
Die Kunstschule Bad Essen, untergebracht im alten Bad Essener Bahhof, wird renoviert. Die Arbeiten sind so vorgesehen, daß der Charakter des markanten Gebäudes voll erhalten bleibt. Der Innenraum (ehemalige Gaststätte sowie Lagerschuppen) wird umgestaltet, so daß ein Atelier und ein Aufenthaltsraum entstehen, die für den Kunstschulbetrieb erforderlich sind. Charakter und Atmosphäre des alten Bahnhofs sollen in die Arbeit der Kunstschule einfließen. Langfristig von der VLO (Wittlager Kreisbahn) angemietet kosten Renovierung und Umgestaltung rund 95.000 DM.

Seit 1989 finden Semesterausstellungen im alten Bahnhofsgebäude statt. Eisenbahn und Kunst, kann das überhaupt harmonieren? “Aber sicher” sagt Vorsitzender Dieter Litsche, denn beides bedeutet Aufbruch zu unbekannten Dingen, auf etwas Neues zugehen. Daher ist es für die Kunstschaffenden
dieser Einrichtung besonders reizvoll künftig in dem heimatgeschichtsträchtigen Gebäude der Wittlager Kreisbahn zu arbeiten und auszustellen.

Der alte Bahnhof ist jetzt ein Atelier. Am 11. September 1993 wird das Kunstschulatelier im alten Bahnhof mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht.
 Die Idee, damals noch im Rahmen des Kunst- und Museumskreises- eine Kunstschule zu gründen, hatte ungeahnte Folgen. War es zunächst der Nachwuchs, der die Kursangebote der Kunstschule übervölkerte, zogen die Sprösslinge ihre Eltern mit in den Bann der kreativen und handwerklichen Fantasie. Für die Dynamik der Kunstschule zeichnen sich viele Künstler verantwortlich. Freischaffenden Künstlern über die Kunstschule die Möglichkeit zu bieten, ihre materielle Basis abzusichern, sofern sie bereit seien, ihre Kenntnisse auch Laien zu vermitteln, diese Vorstellung hatte Dieter Litsche. Paradebeispiel dieser Konzeption ist der Landschaftsmaler Torsten Müller, der mittlerweile zum lebenden Inventar des Bahnhofsateliers geworden ist. Müller ein künstlerischer Tausendsassa, der sowohl als Bildhauer brilliert, aber auch mit flinkem Zeichenstift Karrikaturen entwirft, ist der Dreh- und Angelpunkt der Mittwochsgruppe.

Spätestens seit der Eröffnung des Ateliers ist der alte Bahnhof auch in musikalischer Hinsicht ein Anziehungspunkt geworden. So spielte hier des öfteren die “Happy Jazz Society” aus Osnabrück bei der Dieter Litsche die Posaune bläst.
Ein Jazz-Frühschoppen am 29. Mai 1994, den die Kunstschule und Lutz Schäfer kurzfristig organisierten lockte zahlreiche Musikfreunde an. Auch am 25. September 1994 stellt sich im Atelier Alter Bahnhof in Bad Essen mit dem “Blue Note Jazztett” eine neue Jazzformation vor.

Mit Beginn des Wintersemesters ist das Programm wesentlich erweitert worden. Auf gute Resonanz gestoßen ist das “Atelier Alter Bahnhof”, das zeigen die Besucherzahlen. Bewährt hat sich neben der Zusammenarbeit mit der Kurverwaltung auch die Kontaktaufnahme mit der Museumseisenbahn. So ist ein Teil der Veranstaltungen in den kommenden Monaten auf die Termine der Bahn gelegt worden. Der Bahnhof ist dann geöffnet, so daß die Gelegenheit besteht mit den Reisenden ins Gespräch zu kommen.

Fortgesetzt wurde auch eine Veranstaltungsreihe in der Künstler ihre speziellen Techniken und ihre Werke vorstellen. Victor Meier, ein aus Rußland stammender Künstler, stellte das Siebdruckverfahren vor. Der aus Berlin stammende Hartmut R. Berlinicke zeigte das Verfahren der Radierung. Im Januar 1995 stellt Jürgen Wietzke aus Osnabrück seine Bilder sowie die Technik (Holzschnitt) vor.

1995 plant die Kunstschule die Anschaffung eines Eisenbahnwaggons, der als rollendes Atelier umgebaut werden soll und über die Schienen der alten Kreisbahn in anderen Gemeinden die Arbeit der Kunstschule näherzubringen.

Im Rahmen der Semesterausstellung am 28. Mai 1995 spielt zu Beginn die “Jazz Group Lübbecke”.

Gabriele Pütz, eine Künstlerin aus dem Altkreis Wittlage, gibt ab dem Wintersemester erstmals Kurse in Ausdrucksmalerei und kreativer Früherziehung. Ein schon seit langem in Bad Essen ansässiger Künstler präsentiert in seiner ersten Einzelausstellung eine Auswahl seiner in den letzten 5 Jahren entstandenen Aquarellbilder. Die einladende und lichte Atmosphäre des Ateliers bildet die ideale Kulisse für Rainer Gudes Bilder. Die aus Langeoog stammende, aber schon recht lange in Bad Essen ansässige Malerin Silke Allstein gibt auch Kurse an der Kunstschule. Eine völlig andere Kunstform, die zugleich ein hohes Maß an handwerklichem Geschick erfordert repräsentiert Eva Maria Flucht als Keramikerin. Auch sie gibt einige Kurse an der Kunstschule.

 Im Oktober 1995 bekam die Kunstschule einen stark renovierungsbedürftigen Waggon aus dem Jahre 1939/40 von der Mindener Museumseisenbahn.
Gehofft wird, daß der Waggon bis zum Wintersemester 1996/97 restauriert ist und zusätzlichen Raum für Kindergruppen oder Ausstellungen bieten kann.

Im Dezember 1995 wurde der bisherige Vorstand in einer Blockwahl für zwei Jahre wiedergewählt. Vorsitzender bleibt Dieter Litsche, Stellvertreterin ist Anne Apel und als Beisitzer bestätigt wurden Torsten Müller, Julia Meiners und Margot Wiemann als Schatzmeisterin. Trotz sparsamer Haushaltsführung wird der Spielraum für Materialien, Neuanschaffungen und die Finanzierung der Dozenten immer enger.

Für das kommende Jahr stehen interessante Aufgaben an. Die Projekte “Wege der Sinne” sowie ein Steinbildhauerkursus werden weitergeführt. Die Kunstschule ist in den letzten Jahren zu einer wichtigen Institution der kulturellen Infrastruktur des Ortes gworden, die eine Unterstützung auf breiter Basis benötigt.

Georg Wiese, ein Künstler mit vielen verschiedenen Talenten aus dem Altkreis Wittlage versucht den Impuls zum künstlerischen Schaffen “Die Malerei als ein Ausdruck des Lebensgefühls” auch als Dozent an der Kunstschule umzusetzen.

Am 15. Juni 1997 feiert die Kunstschule im Rahmen einer Semesterausstellung ihr 10-jähriges Bestehen und es sind bis dahin mehr als 400 Kurse abgehalten worden, zahlreiche Vorträge, Studienreisen, Musikdarbietungen und Ausstellungen bereicherten das künstlerische Angebot der Schule.

1997 wurden der Kunst- und Museumskreis Bad Essen sowie die Kunstschule in Bad Essen für vorbildliche Kulturarbeit mit einem Förderpreis des Landschaftsverbandes Osnabrück augezeichnet.

Bei der Migliederversammlung im Dezember 1997 wird Dieter Litsche als Vorsitzender für weitere 2 Jahre bestätigt. Anne Apel bleibt Stellvertreterin und Geschäftsführerin ist weiterhin Margot Wiemann. Als Beisitzer fungieren Torsten Müller, Julia Meiners, Iris Siebe, Rixte Haro und Martine Kappes. Zu Kassenprüfern gewählt wurden Renate Werbing und Pia von der Kettenburg.

Der bereits im Umbau begriffene Waggon soll Platz für das Figurentheater bieten. Erste Vorstellungen sind für 1997 und 1998 geplant.

Seit 1995 werden unter der Leitung von Frank Gillich Wochenendkurse in der Steinbildhauerei angeboten.

Im Februar 2002 gibt es nach vielen Jahren einen Führungswechsel bei der Kunstschule in Bad Essen. Helga Helms übernimmt die Leitung der erforderlichen Vorstandswahlen. Vorgeschlagen und einstimmig zur neuen Vorsitzenden wird Simone Jenner-Horstmann gewählt. 2 Vorsitzende bleibt Anne Apel, Geschäftsführerin Rixte Haro und Beisitzer sind Torsten Müller, Iris Nepke und Julia Meiners. Anschließend wird der Beschluss gefasst, einen weiteren Beisitzer zu wählen - nämlich den ausgeschiedenen Vorsitzenden Dieter Litsche, der nach seiner Pensionierung “aus der Entfernung weiter helfen will”.

Altes und Bewährtes soll erhalten bleiben und für die Zukunft sei wichtig verstärkt junge Leute zu erreichen unterstreicht Simone Jenner-Horstmann. Ein Schritt in diese Richtung sei die Verteilung des Programms über die Grundschulen - auch in Ostercappeln und Bohmte.

Nach 15 Jahren verabschiedet die Kunstschule im Juni 2002 im Rahmen der Semesterausstellung Dieter Litsche als “Bahnhofsvorsteher”, der allerdings dem Team der Kunstschule als “Zugbegleiter” erhalten bleibt. Auch Gemeindebürgermeister Günter Harmeyer bedankt sich bei Litsche für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren.

 Am 1. Oktober 2002 titelt das Wittlager Kreisblatt mit der Schlagzeile “Schlägt bald das letzte Stündlein für die Kunstschule?”

Ist die Kunstschule in Bad Essen am Ende oder finden sich in allerletzter Minute noch Freiwillige, die zur Mitarbeit bereit sind? Von ehemals 6 Vorstandsmitgliedern sind jetzt nur noch 2 aktiv, notwendige Arbeiten müssen konkret verteilt werden können. Bei der Mitgliederversammlung am 17. Oktober 2002 haben sich immerhin 10 Mitglieder und ein Beitrittswilliger eingefunden und zeigen Bereitschaft Verantwortung für die Zukunft der Kunstschule zu übernehmen. “Die Arbeit müsse auf möglichst viele Schultern zuverlässig verteilt werden”....

“Die Kunstschule muss weiter bestehen”, einige Helfer haben sich gefunden, aber wichtige Posten bleiben unbesetzt!

Die Versammlung wir offiziell unterbrochen und auf den 14. November 2002 vertagt. Die Aufgaben der Kunstschule sind vielschichtig und müssen auf verschiedene ehrenamtliche “Jobs” vergeben werden.

Am 22. November veröffentlicht die Kunstschule im Wittlager Kreisblatt:

Das “Aus” für die Kunstschule in Bad Essen ist abgewendet. Mehr als 20 der 61 eingetragenen Mitglieder werden mobilisiert und ein neuer Vorstand für die Kunstschule gewählt. An der Vereinsspitze steht weiterhin Simone Jenner-Horstmann, zur Stellvertreterin wählt die Versammlung Iris Nepke. Geschäftsführerin ist Elke Brockschmidt, Schriftführerin ist Christine Stuhrmann-Dahmen.
Um die Vorstandsarbeit auf eine breitere Basis zu stellen werden 6 Beisitzer bestellt: Reinhard Dahmen, Günther Grabbe, Rixte Haro, Annemarie Jabbusch, Heinz-Jürgen Nepke und Magitta Wagner.

Fortsetzung folgt

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